Informationen über das Passivhaus


Info zum Passivhaus

Was ist ein Passivhaus?

Das Passivhaus - Ein revolutionäres Baukonzept.

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem ein komfortables Wohnklima ohne aktives Heizungs- und Klimatisierungssystem erreicht werden kann.

Das Passivhaus heizt und kühlt sich rein passiv, sofern die Voraussetzungen hierfür geschaffen sind. Dazu zählt in erster Linie eine verschattungsfreie Ausrichtung nach Süden und eine wärmebrückenfreie Bauweise. Durch große Fensterflächen auf der Sonnenseite kann so die Heizkraft der Sonne ohne technische Hilfsmittel genutzt und der Jahresheizwärmebedarf auf weniger als 15 kWh/qm gesenkt werden. Hierdurch kann - auf die nächsten 50 Jahre berechnet - eine CO2- Einsparung von etwa 100 000 Tonnen erreicht werden, wenn auf fossile Brennstoffe gänzlich verzichtet wird. Durch die natürliche, passive Bauweise erreicht man zudem einen wesentlich höheren Wohnkomfort und ein besseres und gesünderes Raumklima. Durch die Südorientierung wird die passive Solarenergie effektiv genutzt.

Alle Bauteile der Außenhülle sind hoch gedämmt. Die wärmebrückenfrei eingebauten "Super-Fenster" dienen dabei als Kollektoren, so dass sogar im Winter Nettowärmegewinne allein durch die Kraft der Sonnenstrahlen erzielt werden können. Die Abluft wird mittels Kreuzgegenstromwärmetauscher mit über 95%-iger Wirkung gegen Frischluft ausgetauscht. Dabei wird der Abluft die Wärme entzogen und damit die Frischluft erwärmt. So ist eine äußerst effektive Lüftung mit sehr geringen Wärmeverlusten möglich. Zusätzliches Kühlen und Erwärmen der Frischluftzufuhr wird durch ein Erdwärmetauschersystem von zirka 40 bis 45 m Länge übernommen. Die Erwärmung des Brauchwassers erfolgt über Solarkollektoren mit einem mindestens 300 l großen Speicher. Um die beschriebenen Spareffekte zu erzielen, muss ein Passivhaus äußerst exakt gebaut werden. Aus diesem Grund wird mit einem "Blower-Door-Test" nach Fertigstellung stets die Dichtigkeit der Gebäudehülle überprüft. Die stärkere Wertsteigerung der Gebäude gegenüber der herkömmlichen Bauweise ist bedingt durch die energiesparendere und effizientere Erstellung und damit verbundene Reduzierung der Betriebskosten.

Passivhäuser werden in einigen Jahren europäischer Standard sein und man sollte schon heute - mit Rücksicht auf Gesundheit und Umwelt - auf die Erzeugung des Klimakillers Kohlendioxid wenn eben möglich verzichten. Wenn man die zusätzlichen Fördermöglichkeiten ausschöpft, ist ein Passivhaus auch heute schon kosteneffizient. (s. Förderprogramme)


Worin unterscheidet sich ein Passivhaus von z. B.

einem Niedrigenergiehaus?

-  Durch seine kompakte Bauart  
-  Durch optimale Dämmung der Außenbauteile wie Wand, Dach und Fußboden  
-  Der U-Wert ist kleiner 0,15  
-  Durch Wärmeschutzverglasung mit einem uw-Wert kleiner 0,80 W/m²k an allen Fenstern
-  Durch absolute Wärmebrückenfreiheit der Baukonstruktion  
-  Durch Südorientierung und Verschattungsfreiheit des Gebäudes  
-  Durch große Südfenster, die die solare Energiegewinnung maximieren  
-  Durch die absolut winddichte Gebäudehülle  
-  Durch die hocheffiziente, kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung  
-  Durch den Einsatz regenerativer Energien, wie z. B. Solar  
-  Durch den Verzicht auf ein separates, aktives Heizungssystem  
-  Durch den Einsatz von energiesparenden Haushaltsgeräten  
-  Durch den Einsatz eines Erdwärmetauschers  
-  Bis zu 80% Energieeinsparung gegenüber einem Niedrigenergiehaus  


Vorteile eines Passivhauses  


-      helle Wohnräume durch Südorientierung  
-      kein Fensterzug  
-      keine Lärmbelästigung  
-      keine Erkältungsgefahr durch Zugluft  
-      keine Pollenbelästigung  
-      keine Heizkörper  
-      kaum Staubbelastung  
-      gleichbleibende Raumwärme  
-      hohes Behaglichkeitsgefühl  
-      niedrige Unterhaltskosten, da kaum Wartungskosten  
-      durch den Einbau einer Fotovoltaikanlage nahezu unabhängig von "allen" Energieträgern
-      energieautarkes Haussystem

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man bei einem Passivhaus auf die wertvollen Ressourcen wie Gas und Öl verzichten kann. Somit kann beim Bau eines Passivhauses, gemessen an herkömmlichen Häusern, die CO2-Emission drastisch verringert werden. Bis zu 40% des jährlichen CO2-Ausstoßes stammen aus Gebäudeheizungen, die bei einem Passivhaus gänzlich entfallen.

Unsere Generation hat daher die Verpflichtung, unseren Kindern, der Umwelt und unserer eigenen Gesundheit zuliebe, beim Bau effizient auf die Nutzung passiver Energien zurückzugreifen.

Zusätzlich bietet das Passivhaus weitere finanzielle Vorteile:  

-  Das Passivhaus hat wesentlich kürze Bauzeiten als ein konventionell gebautes Haus.  

-  Die Energiekosten sind mit unter 5,- Euro pro qm Wohnfläche und Jahr äußerst gering.  

-  Die Anschlusskosten für Erdgas, Fernwärme oder Öl entfallen.  

-  Eigenleistungen sind witterungsunabhängig möglich.  

Sowohl EU-Mittel als auch Ländermittel sowie regionale Zuschüsse stehen zur Verfügung. Anfragen und Anträge werden über die Hausbanken gestellt.